Was will ich? Was kann ich?
Berufswahl leicht gemacht
3. August 2015

„Was soll ich werden?“ Dass mit dieser Frage oft auch eine Analyse der eigenen Persönlichkeit verbunden ist, kann man nicht ahnen. Dazu kommt natürlich auch der Faktor „Was erwarte ich von meinem Arbeitsplatz“. Die Berufswahl ist wahrlich nicht einfach und sollte wohlüberlegt sein. Es folgt eine exemplarische Herangehensweise im Erfahrungsbericht.

Bei der Berufswahl gehen einem ganz schön viele Fragezeichen auf.

Bei der Berufswahl gehen einem ganz schön viele Fragezeichen auf.

Durchatmen. Geschafft. Das Abitur in der Tasche. Leider hat diese innere Ruhe nicht lange angehalten. Früher oder später, in meinem Fall nach etwa vier Wochen, meldet sich wieder das wieder erholte Gehirn, das man vor den Prüfungen bis hin zur Lähmung mit Lernstoff vollgestopft hatte, mit dem Gedanken „Und was machen wir jetzt?“.

Dann geht sie los, die Phase der Berufsfindung, die so oft auch gleichzeitig eine Phase der Selbstfindung ist. Was kann ich am besten? Was möchte ich im Beruf machen? Für mich gab es da ganz klar drei Optionen:

Option 1: Das Hobby zum Beruf machen.

Ich werde also Meeresbiologin. Nur blöd, dass man von hier in Ostwürttemberg jeweils mindestens acht Stunden in den Süden, Westen oder Norden fahren muss, um überhaupt mal auf salziges Meerwasser zu stoßen. Bei eingehender Recherche zeigte sich, dass mein Traumberuf leider auf wenigen Wegen zu erreichen war. Dass ich mir unter dem Beruf auch tatsächlich etwas völlig anderes vorstellte als er wirklich war (lacht nicht, ich sah mich wirklich mit Delfinen und Walen um die Wette schnorcheln). Und irgendwie machte es mir dann Angst, sechs Jahre zu studieren und dann doch keine Arbeitsstelle zu finden. Und sind wir mal ehrlich: Wie viele schaffen es tatsächlich zum Profifußballer zu werden?

Na dann lieber…

Option 2: Auf die Nachfrage des Arbeitsmarktes reagieren.

Nun werde ich also Informatikgenie. MINT-Berufe, also Fachkräfte und Akademiker im Bereich von Mathe, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, werden immer gesucht! Da sollte es doch einfach sein, nach der Ausbildung/dem Studium eine Anstellung zu finden, richtig? Ich informierte mich also über Berufe in diesem Bereich und…. Schnarch… Das konnte ich mir mal so gar nicht vorstellen. Zu viele Zahlen. Zu viel Code. Und später den ganzen Tag im Labor oder vor dem Computer verbringen? Meine Stärken lagen definitiv woanders.

Dann doch eher…

Option 3: Die eigenen Fähigkeiten ausnutzen und Karriere machen.

Ich werde Fachfrau für Marketingkommunikation! Die einfache Überlegung dahinter: Wenn ich meine Stärken bewusst einsetze, kann ich doch auch im Beruf erfolgreich sein. Wenn man gut in etwas ist, hat man auch Spaß daran. Das kennt man doch aus der Schule. Also gut. Dazu gehört aber auch einiges an Selbstanalyse. Mir hat es sehr geholfen mit Freunden und Familie, darüber zu sprechen, was ich in deren Augen besonders gut kann. Aber erst als ich mein erstes Praktikum im internationalen Marketing hinter mir hatte, erfuhr ich im Feedbackgespräch auch meine Stärken aus Sicht eines Arbeitgebers. Kreativität und Kommunikativität. Anschließend habe ich eine kleine Liste erstellt, was ich genau von meinem Beruf möchte.

Und das kann auch Euch helfen! Nehmt euch jetzt spontan Zettel und Stift. Beantwortet für euch folgende Fragen und seht mal, ob eure Berufswahl mit den Antworten verträglich ist.

  • Mein Traumberuf ist…?
  • Wie möchte ich arbeiten? (Bürojob, viel draußen, geregelte Arbeitszeiten?)
  • Wo könnte ich das studieren? Möchte ich in der Region bleiben?
  • Wie könnte mein Arbeitsplatz mit dem abgeschlossenen Studium aussehen?
  • Wie viele Arbeitsstellen gibt es nach dem Studium?
  • Wie viele Ausbildungsstellen führen zu deinem Traumjob?
  • Hast Du gute Aufstiegschancen oder Weiterbildungsmöglichkeiten nach der Ausbildung?
  • Ist das angeeignete Wissen in der Ausbildung auf andere Bereiche übertragbar?
  • Wo sehe ich mich in fünf Jahren?

 

Autorin Josefine Grath ist 23 Jahre alt

und arbeitet jetzt im Bereich PR und Marketing bei der IHK Ostwürttemberg

 

Foto: ©gpointstudio/fotolia.com

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