Die Stimme der WM
Was ein Sportkommentator vom Bankkaufmann lernte
15. December 2015

Seine Stimme kennt spätestens seit dem WM-Endspiel 2014 wirklich jeder: Tom Bartels kommentiert für die ARD die nationalen und internationalen Top-Fußballspiele. Aber wie wird man eigentlich Sportkommentator? Wir haben bei Bartels für euch nachgefragt und herausgefunden was „dahinter steckt“: eine Ausbildung zum Bankkaufmann.

Der Arbeitsplatz von Fußballkommentator Tom Bartels ist ein Traum für jeden Fußballfan.

Der Arbeitsplatz von Fußballkommentator Tom Bartels ist ein Traum für jeden Fußballfan.


Herr Bartels, Sie haben eine Ausbildung zum Bankkaufmann gemacht, haben wir gehört. Warum haben Sie sich für eine Ausbildung entschieden? Und wie sind Sie dann in den Sport gerutscht?

Das war direkt nach dem Abi. 19 Jahre alt war ich und relativ unschlüssig was ich nach der Schule machen sollte. Ich wusste auch nicht, ob ich wirklich wie viele andere in den Bereich BWL wollte. Dann habe ich mich für die Ausbildung zum Bankkaufmann entschieden –  das habe ich nie bereut, weil ich sehr viel gelernt habe fürs Leben, was Arbeitszeiten angeht und vieles mehr. Dass man morgens auch mal früh aufstehen muss, zum Beispiel, und lernen muss und einen vernünftigen Abschluss hinkriegen muss. Da mein Bruder damals in Köln Sport studiert hat, habe ich mich anschließend verleiten lassen, noch mal zu wechseln, etwas zu machen für das ich richtige Leidenschaft empfinde: das war immer der Sport. Und somit bin ich dann auch zum Sportstudium nach Köln gegangen. Und das hab ich dann auch nicht bereut.


»Wenn man sich gut anstellt und Leidenschaft dafür hat und sich ein bisschen auskennt, kommt man auch weiter.«

Was haben Sie als junger Mensch in der Ausbildung gelernt, was man vielleicht über andere Wege nicht so schnell vermittelt bekommt?

Ich habe vor dem Abitur – das kann ich durchaus zugeben – einige Fehlstunden eingebaut. Da konnte ich mir die Entschuldigungen noch selbst schreiben, aber das geht natürlich nicht mehr sobald ich eine Ausbildung mache. Ich habe bei der Bank außerdem gelernt, was es heißt Kundenkontakt zu haben: Wie muss ich mich den Kunden gegenüber präsentieren? Wie muss ich den Kunden behandeln? Ich habe gelernt sehr diskret zu sein, denn ich musste Bankgeheimnisse für mich behalten. Und dann kann man sich während der Lehre bei Kollegen viel abschauen, zum Beispiel wie sie welchen Schritt in ihrer Karriere vorbereiten. Ich denke es ist nach oben offen, was man in der Ausbildung lernen kann.


Wie wird man vom Sportstudent dann zum Sportmoderator?

Ich habe früher immer schon für meine Fußball-Vereinszeitung geschrieben, habe für die Lokalzeitung geschrieben, Spielberichte über unsere Spiele geschrieben… Als ich dann nach Köln zum studieren kam, gab‘s dort den WDR-Deutschlandfunk – da wollte ich unbedingt irgendwie reinrutschen. Das ist mir dann gelungen. Beim WDR habe ich natürlich nicht als Reporter angefangen, sondern als jemand der für Reporter arbeitet, recherchiert, Aufzeichnungen zusammenschneidet; und wenn man sich gut anstellt und Leidenschaft dafür hat und sich ein bisschen auskennt, kommt man auch weiter.



Foto: ARD.de

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