Die eierlegende Wollmilchsau
Was Unternehmen von dir erwarten
4. September 2015

Keine Sorge: Die Unternehmen erwarten nichts von dir, was nicht auch zu schaffen wäre. Du musst also nicht zur sagenumwobenen eierlegenden Wollmichsau mutieren. Im Kern geht es um Basiskenntnisse und Fertigkeiten, um Sozialverhalten, um Grundhaltungen und Einstellungen, die für Arbeit und Beruf wichtig sind. Was genau Unternehmen unter fachlichen, sozialen und persönlichen Kompetenzen verstehen, schlüsseln wir dir im Folgenden auf.

Kennst du schon die eierlegende Wollmilchsau? Ein Sagentier, dass alles kann? Aber keine Angst: Die Ausbildungsbetriebe erwarten nichts Unmögliches von dir. Das meiste kennst du aus Schule und Alltag.

Kennst du schon die eierlegende Wollmilchsau? Ein Sagentier, dass alles kann? Aber keine Angst: Die Ausbildungsbetriebe erwarten nichts Unmögliches von dir. Das meiste kennst du aus Schule und Alltag.

A) Fachliche Kompetenzen:

  1. Beherrschung der deutschen Sprache

Das Schreiben von einfachen Texten ohne Rechtschreib- und Grammatikfehler ist für jede Berufsausbildung eine wichtige Grundlage. Außerdem sollte der Auszubildende zwischen den verschiedenen Sprachebenen unterscheiden können, also wissen, was Jugendsprache (Clique) Alltagssprache (Familie) Fachsprache (Beruf) und Hochsprache ist. Die Hochsprache  (Hochdeutsch) ist die gültige überregionale deutsche Sprache und Amtssprache. Sie wird in den Medien und in der Öffentlichkeit benutzt. In der Ausbildung findest du diese täglich bei allem „Schriftlichem“ im Betrieb und im Berufsschulunterricht.

  1. Die Beherrschung einfacher Rechentechniken
  • Die vier Grundrechenarten (addieren, subtrahieren, multiplizieren, dividieren)
  • Rechnen mit Dezimalzahlen und Brüchen
  • Umgang mit Maßeinheiten
  • Dreisatz, Prozentrechnen
  • Flächen-/Volumen- und Masseberechnungen
  • Grundlagen der Geometrie
  • Textaufgaben begreifen und lösen
  • Anwendung der wichtigsten Formeln
  • Umgang mit Taschenrechnern
  1. Grundlegende naturwissenschaftliche Kenntnisse

Grundkenntnisse in Physik, Chemie, Biologie und Informatik zum Verstehen und Benutzen moderner Technik und Kommunikationsmittel.

  1. Grundkenntnisse wirtschaftlicher Zusammenhänge

Einblicke in die Arbeitswelt und in marktwirtschaftliche Systeme; die Wirtschaftsordnung: Staat, Unternehmen, Tarifparteien, private Haushalte

  1. Grundkenntnisse in Englisch

Einfache Sachverhalte in Englisch ausdrücken können; die Fremdsprache in Alltagssituationen zur Verständigung anwenden

  1. Grundkenntnisse im IT-Bereich

Über Grundkenntnisse in der PC-Anwendung verfügen, vor allem Microsoft Office kennen; Chancen und Risiken im Umgang mit Medien und Technik erkennen

  1. Kenntnisse und Verständnis über die Grundlagen unserer Kultur

Die wichtigsten Etappen der deutschen, europäischen und Weltgeschichte; gesellschaftliche und politische Rahmenbedingungen und Systeme; Aufgeschlossenheit für andere Kulturen und Religionen

 

B) Soziale Kompetenzen:

  1. Kooperationsbereitschaft – Teamfähigkeit

Die Zusammenarbeit der Mitarbeiter und Vorgesetzten im Team ist eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg eines Unternehmens. Sie dient dem Austausch von Informationen und Erfahrungen. Dabei werden Verbesserungsmöglichkeiten erkannt und umgesetzt und die Motivation und Kreativität gefördert. Kooperationsbereitschaft und Teamfähigkeit sollte der Auszubildende für den Start ins Berufsleben daher unbedingt mitbringen.

  1. Höflichkeit – Freundlichkeit

Höfliches und freundliches Auftreten sind wichtig für ein gutes Arbeitsklima. Aggressives, ruppiges oder flegelhaftes Verhalten stört dieses und kann das Ansehen des Betriebes in der Öffentlichkeit, bei Lieferanten und vor allem bei Kunden gefährden.

  1. Konfliktfähigkeit

Unterschiedliche Meinungen, Haltungen, Ansichten, zum Beispiel darüber, wie ein Problem gelöst werden kann, wird es im Berufsleben immer geben. Diese Differenzen sollten friedlich, konstruktiv und ohne Aggressionen verarbeitet werden.

  1. Toleranz

Für ein offenes Miteinander von Menschen ist es wichtig, auch Meinungen und Ansichten gelten zu lassen, die von der eigenen Haltung abweichen. Allerdings müssen sie der demokratischen Grundordnung und den Menschenrechten entsprechen.

 

C) Persönliche Kompetenzen:

  1. Zuverlässigkeit

Vorgesetzte müssen sich darauf verlassen können, dass Auszubildende die ihnen übertragenen Aufgaben (entsprechend der Leistungsfähigkeit des Azubis) ganz und termingerecht erledigen. Wenn dauerhaft übertragene Aufgaben mit gleichmäßiger Leistung erfüllt werden, wird von Seiten der Ausbilder immer weniger Überwachung und Kontrolle nötig. Ein zuverlässiger Auszubildender bekommt auch schneller anspruchsvollere Aufgaben übertragen.

  1. Lern- und Leistungsbereitschaft

Arbeit, Ausbildung, der eigene Beruf sind wichtige Bestandteile des Lebens und bieten die Möglichkeit, die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln. Nur wer eine positive Einstellung dazu hat, wird dabei erfolgreich sein. Daher ist es auch wichtig, alle Lern- und Leistungshindernisse vor der Ausbildung zu erkennen und zu beseitigen.

  1. Ausdauer – Durchhaltevermögen– Belastbarkeit

Natürlich wird es im Berufsleben auch mal Misserfolge geben oder nicht immer wird gleich ein Erfolg sichtbar sein. Das muss man aushalten können, ohne gleich aufzugeben. Wer sein Ziel im Auge behält, lernt es, seinen „Ausbildungsweg“ auch trotz Hindernissen weiterzugehen.

  1. Sorgfalt – Gewissenhaftigkeit

Die betrieblichen Aufgaben erfordern Genauigkeit und ein Ernstnehmen der Sache. „Fünf gerade sein lassen“ oder „Lockeres Angehen“ geht im Betrieb nicht.

  1. Konzentrationsfähigkeit

In der Ausbildung ist es notwendig, sich auf eine Sache konzentrieren zu können. Das muss man wollen und können, Verbesserung ist durch entsprechendes Training zu erreichen. Bei Schwierigkeiten kann vielleicht ein Lehrer, ein Familienmitglied, der Ausbilder oder eine andere Vertrauenspersonen helfen.

  1. Verantwortungsbereitschaft – Selbstständigkeit

Man muss für das, was man tut, „geradestehen“. Die Erfahrungen während der Ausbildung geben Sicherheit und fördern selbstständiges Denken und Handeln. Die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, wächst mit zunehmender Reife.

  1. Fähigkeit zur Kritik und Selbstkritik

Kritikfähigkeit bedeutet, Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden zu können und dies sachlich zu begründen. Selbstkritik ist die Fähigkeit, Fehler einzusehen und zur Korrektur und Verbesserung bereit zu sein.

  1. Kreativität und Flexibilität

Im Beruf muss jeder mitdenken. Wer ideenreich und aufgeschlossen ist, hat es einfacher. „Frischer Wind“ hilft, die täglichen Aufgaben zu meistern. Wer kreativ und flexibel ist, kann sich leichter und schneller in neue Aufgaben einarbeiten. Es ist erlaubt, auch Vorschläge und Ideen aus dem Berufsschulunterricht oder überbetrieblichem Unterricht in den Betriebsalltag mit einzubringen.Text

 

 

Foto: ©TimM/fotolia.com

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