Der Ausbildungsvertrag
Jetzt geht’s ans Eingemachte
4. July 2015

Glückwunsch! Du hast die fiese Bewerbungsphase und das nervenaufreibende Vorstellungsgespräch hinter dir und hast deine Ausbildung gefunden. Jetzt wird das ganze zwischen dir und deinem Ausbilder vertraglich festgemacht. Der Inhalt des Ausbildungsvertrags variiert von Betrieb zu Betrieb, aber was in etwa drin steht, erklären wir dir hier.

Was genau steht drin im Ausbildungsvertrag? Wir haben es uns genau durchgelesen.

Was genau steht drin im Ausbildungsvertrag? Wir haben es uns genau durchgelesen.

Der Ausbildungsvertrag steht am Anfang des Berufsausbildungsverhältnisses. Das Berufsbildungsgesetz schreibt vor, den wesentlichen Inhalt des Vertrages zwischen dir, dem oder der Auszubildenden und dem Ausbildenden schriftlich niederzulegen. Dieser Vertrag wird vom Ausbildenden und dir (wenn du noch minderjährig bist auch von deinen Eltern) unterschrieben. Der Betrieb legt den Vertrag dann der Industrie- und Handelskammer (IHK) vor. Sie prüft den Vertrag und trägt ihn in ihr Verzeichnis der Berufsausbildungverhältnisse ein. Der Betrieb und der Auszubildende erhalten dann jeweils eine Ausfertigung des Vertrags.

Vertragliche Punkte, Rechte und Pflichten des Auszubildenden, Rechte und Pflichten des Betriebs, Ausbildungsdauer, Berufsschule und die Behandlung der Unterrichtszeiten, Vergütung, Prüfung etc. Hier stürmt viel auf dich ein. Häufig hast du auch eine Frage, die ganz gezielt deine Situation behandelt. In diesem Fall helfen dir die Ausbildungsberater der IHK weiter. Deine Ansprechpartner findest du hier. Bitte scheu dich nicht, den Kontakt zur IHK zu suchen.

Hier einige wichtige Begriffe zur Ausbildung, die im Rahmen der Vertragsunterzeichnung auf dich zukommen:

 

Die Probezeit

Du beginnst immer mit einer Probezeit. Sie ist mindestens einen Monat, maximal vier Monate lang. In der Probezeit können der Betrieb und der Auszubildende prüfen, ob in dieser Kombination eine erfolgreiche Ausbildung möglich ist.

 

Die Ausbildungsdauer

Die Ausbildungsdauer ist für jeden Ausbildungsberuf festgelegt. In dieser vorgegebenen Ausbildungszeit hat ein Auszubildender im Normalfall die Möglichkeit, das Ausbildungsziel erreichen zu können. Betrieb und Auszubildender haben die Möglichkeit gemeinsam einen Antrag auf Verkürzung der Ausbildung bei der IHK zu stellen, z.B. wenn der Auszubildende eine höhere Schulbildung hat als gefordert mitbringt. In Ausnahmefällen ist auch ein Antrag auf Verlängerung, z.B. bei längerer Krankheit möglich.

 

Die Ausbildungsvergütung

Du hast einen Anspruch auf eine angemessene Vergütung, die auch mindestens jährlich ansteigen muss. Die Höhe der Vergütung wird im Ausbildungsvertrag festgelegt und orientiert sich in der Regel an den von Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften in einem Tarifvertrag festgelegten Sätzen.

 

Der Urlaub

Du hast Anspruch auf bezahlten Urlaub. Der vorgesehene Mindesturlaub richtet sich dabei je nach Alter nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz (für Jugendliche) bzw. dem Bundesurlaubsgesetz (für Erwachsene).

 

Die Rechte und Pflichten des Auszubildenden

  • Neben Rechten wie einer Ausbildungsvergütung und Urlaub gehst du aber auch Pflichten ein. Hierzu gehören unter anderem
  • Du musst bemüht sein, die erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten für deinen Ausbildungsberuf zu erlernen.
  • Das dazu nötige „Werkzeug“, also deine Ausbildungsmittel, müssen dir kostenlos zur Verfügung gestellt werden.
  • Im Einsatz dieser Ausbildungsmittel bist du zur Sorgfalt verpflichtet. Du musst die Betriebsordnung beachten.
  • Du hast den Weisungen von weisungsberechtigten Personen, z.B. deinem Ausbilder, zu folgen.
  • Du musst an Ausbildungsmaßnahmen wie Berufsschulunterricht, Prüfungen, Ausbildungsmaßnahmen außerhalb der Ausbildungsstätte teilnehmen.

 

 

Foto: ©contrastwerkstatt/fotolia.com

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